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Discounter kommt an die Uni

05.05.2017 13:37

Von: Marlo Mintel

Grundsteinlegung im Technologiepark Bremen

05.05.2017 von

Die Umbauarbeiten für die Aldi-Filiale im Technologiepark sollen im Sommer 2018 abgeschlossen sein. Zudem denkt Aldi Nord über weitere Filialen in Bremen nach.

Noch sind die Baucontainer an der Ecke Enrique-Schmidt-Straße und Universitätsallee höher als der Rohbau. Dort, wo auf einem 7000 Quadratmeter großen Grundstück seit Januar dieses Jahres ein Gebäudekomplex entsteht, sollen im Sommer 2018 unter anderem eine neue Aldi-Filiale, ein Bio-Supermarkt und ein Café eröffnen. An diesem Freitag erfolgte die Grundsteinlegung. 

„Wir sind sehr glücklich mit dem Technologiepark", sagt Staatsrat Ekkehart Siering. Über 500 Unternehmen und Forschungsinstitute seien hier angesiedelt. Es gebe 7000 Menschen, die in diesem Gebiet unmittelbar arbeiten. Die Universität beschäftige 3500 Mitarbeiter und habe 20 000 Studenten. Auch die Sparkasse will hier neu bauen. „Was da immer fehlte, war ein Nahversorger“, sagt Siering. „Es freut uns, dass es nun hier möglich ist, das Thema Arbeit und Einkauf miteinander verbinden zu können.“

 

Vermarktung der Büro- und Ladenflächen
Im April 2014 kaufte das Unternehmen Aldi Nord das Grundstück und begann mit der Vermarktung der Büro- und Ladenflächen. Noch nicht alle Gewerbeflächen sind vermietet. Aldi investiert einen zweistelligen Millionenbetrag in den Neubau. 120 Arbeitsplätze sollen entstehen. „Wir haben hier einen herausragenden Standort, wo wir junges, dynamisches, universitäres Leben vorfinden“, sagt Longinus Flenker, der bei Aldi als Leiter für Immobilien und Expansion verantwortlich ist. 

Der Aldi-Markt im Erdgeschoss werde eine 800 Quadratmeter große Verkaufsfläche haben, deren Erweiterung möglich ist, sagt Flenker. In dem viergeschossigen Gebäude über der Aldi-Filiale kommen Räumlichkeiten für die Universität unter. Auch ein Parkhaus soll gebaut werden. Das zweite Gebäude, das den Namen „Haus am Fleet“ trägt, hat fünf Geschosse. Das Erdgeschoss ist für einen Bio-Markt und einen Bäcker vorgesehen. Eine Etage höher entsteht eine Fachbibliothek der Universität mit mehr als 1000 Quadratmetern Fläche. Die drei Geschosse darüber werden ebenfalls von der Uni in Anspruch genommen. 

„Wir haben in Grunde genommen noch ein paar Flächen, die wir anbieten können. Aber in der Tat ist es so, dass wir aus allen Nähten platzen“, antwortet Siering auf die Frage, ob noch mit weiteren Bauvorhaben im Technologiepark in der näheren Zukunft zu rechnen sei.

Gerechnet haben sich derweil die Umsatzzahlen von Billig-Discountern wie Aldi und Lidl in den ersten drei Monaten. Die Zuwächse seien „rund viermal so hoch“ gewesen wie die der klassischen Supermärkte, heißt es in einer aktuellen Marktstudie der Gesellschaft für Konsumforschung. Während Supermärkte wie etwa Edeka oder Rewe gerade einmal auf ein Umsatzplus von 1,1 Prozent kamen, legten die Discounter um 3,9 Prozent zu. Großer Gewinner ist dabei Aldi mit einer Steigerung von 5,6 Prozent. Flenker erklärt das gute Ergebnis von Aldi unter anderem durch die Sortimentserweiterung des Unternehmens. Eine Maßnahme sei der Verkauf von Markenartikeln gewesen.

 

Rund 30 Aldi-Filialen in Bremen
Aldi Nord ist in Ost-, West- und Norddeutschland mit mehr als 2400 Filialen vertreten. In Bremen seien es rund 30, sagt Flenker. Neun davon in Bremen-Nord. „Bremen ist mit seinen mehr als 500 000 Einwohnern ein hochattraktiver Standort, der auch manchmal unterschätzt wird“, sagt Flenker. Zwar habe man hier ein „großes Angebot“ an Filialen, dennoch gebe es Überlegungen, weiter zu expandieren. „Wir haben hier noch ein paar Lücken“, sagt er. Zur Debatte stehe etwa eine mögliche Filiale in der Bismarckstraße in der östlichen Vorstadt. Weitere Überlegungen betreffe das Hulsberg-Viertel wie auch die Ortsteile Findorff und Neustadt.

Sicher ist dagegen, dass Aldi Nord neue Filialkonzepte schaffen werde – auch in Bremen. Flenker spricht dabei von einem „Refresh“. Man wolle die Standorte in der Wahrnehmung für den Kunden optimieren. Mitte 2019 soll die Modernisierung abgeschlossen sein. Startschuss für die ersten Filialen in Bremen ist das letzte Quartal dieses Jahres. Dazu gehört der Markt im Weser-Park. Hier sollen unter anderem andere „farbliche Akzente und eine neue Regalanordnung“ entstehen. Von den Modernisierungsmaßnahmen seien generell nur die Filialen betroffen, „die mindestens eine Fläche von 800 Quadratmetern haben und die perspektivisch der Kundenakzeptanz entsprechen“, sagt Flenker.